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Ja, aber: Eine erste positiv-kritische Bilanz der Konsultation zum Lehrplan 21

16. Januar 2014

Die Konsultation zum Lehrplan 21 ist abgeschlossen. Bei der D-EDK Geschäftsstelle sind 160 Stellungnahmen eingegangen. Insgesamt kann eine erste positiv-kritische Bilanz gezogen werden.

Die Konsultation zum Lehrplan 21 ist abgeschlossen. Bei der D-EDK Geschäftsstelle sind 160 Stellungnahmen eingegangen. Die Projektkantone haben ihre Stellungnahmen auf eigene kantonsinterne Mitspracheverfahren abgestützt. Die eingeladenen Verbände haben ihrerseits bei ihren Mitgliederorganisationen Stellungnahmen eingeholt. Es hat sich gezeigt, dass das Interesse am Lehrplan 21 gross ist und die verschiedensten Gruppierungen ihre Positionen in die Diskussion über den Auftrag der Schule einbringen wollen. Das ist erfreulich! Ebenso kann festgestellt werden, dass die Konsultationsphase des gemeinsamen, neuen Lehrplans aller 21 Deutschschweizer Kantone für die Volksschule auch in den Medien landesweit auf grosses Interesse gestossen ist. Dies zeigen die zahlreichen Berichte zum Lehrplan 21.
 
Auswertung der Konsultation
Die Auswertung der Stellungnahmen hat erst begonnen; der detaillierte Bericht wird im Frühling 2014 vorliegen. Eine erste Durchsicht der Stellungnahmen zeigt jedoch ein positiveres Bild, als es die kritische Medienberichterstattung während der Konsultationsphase erwarten liess. Das Kernanliegen, durch einen gemeinsamen Lehrplan den Auftrag der Bundesverfassung zur Harmonisierung der Ziele der Volksschule umzusetzen, findet breite Zustimmung und wird nur in einzelnen Stellungnahmen in Frage gestellt. Auch das Konzept, die Ziele der Volksschule in Form von Kompetenzen zu beschreiben, wird breit unterstützt. Damit zeigt der Lehrplan 21 auf, über welches Wissen Schülerinnen und Schüler in Zukunft verfügen und dass sie dieses auch anwenden können sollen. Hingegen vermag die Umsetzung dieses Konzepts im Detail aus Sicht verschiedener Konsultationsteilnehmer nicht voll zu befriedigen. In vielen Stellungnahmen wird moniert, der Lehrplan sei überfüllt, stellenweise zu detailliert formuliert, und die Anforderungen seien teilweise zu anspruchsvoll. Allerdings finden sich nur wenige Aussagen, auf welche Inhalte in Zukunft verzichtet werden kann. Zahlreicher sind die Forderungen, weitere, neue Inhalte zu ergänzen oder zu verstärken, die aus Sicht der jeweiligen Interessensgruppe wichtig sind und im Entwurf zu kurz kommen. Das betrifft beispielsweise die wichtige Aufgabe der Beruflichen Orientierung, die von vielen Gruppierungen als verstärkungswürdig angesehen wird, wie auch den Bereich ICT und Medien.
 
Nächste Schritte
Die Rückmeldungen werden nun systematisch und detailliert ausgewertet. Gestützt auf den Auswertungsbericht wird die Projektleitung gemeinsam mit den Vertretungen der Kantone, des Dachverbands Schweizerischer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) und des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz sowie den Mitgliedern des Fachbeirats Vorschläge zur Überarbeitung des Lehrplans 21 ausarbeiten. Die Vorschläge werden Aussagen dazu enthalten, welche Inhalte überarbeitet werden sollen und mit welcher Stossrichtung dies geschehen soll. Über diese Vorschläge wird die Steuergruppe des Projekts Ende März 2014 entscheiden. Dann wird auch abgeschätzt werden können, ob die Überarbeitung im Rahmen der aktuellen Projektplanung möglich ist oder ob es allfällige Anpassungen am Zeitplan braucht. Im April 2014 wird die Öffentlichkeit über die geplanten Überarbeitungsschritte informiert, und der Auswertungsbericht wird auf der Projekt-Website veröffentlicht.
 
Der derzeitige Zeitplan sieht vor, dass der überarbeitete Lehrplan Ende 2014 von der Plenarversammlung der D-EDK den Kantonen zur Einführung übergeben wird.

 

Auskunft geben
Regierungspräsident Christian Amsler, Präsident der D-EDK,
Vorsteher des Erziehungsdepartements des Kantons Schaffhausen,
Tel. +41 79 229 08 85 oder +41 52 632 71 95

 

Nicole Wespi, Kommunikationsbeauftragte des Lehrplans 21, Tel. +41 79 711 27 43